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mit :
Thomas Jonscher
UNZA UNZA TIME!
Schwerpunkte heute: FIGLI DI MADRE IGNOTA (Interview mit Bandgründer Pampa) und die neue CD von KAL ´´Radio Romanista´´ (VÖ:30.01.2009)
 
29.12.2008
Montag
16.00 - 18.00 Uhr

FIGLI DI MADRE IGNOTA

Figli sind hier, um den Affen zum Tanzen zu bringen!

– besser lässt sich die Musik von Figli di Madre Ignota wohl nicht beschreiben -

Sie kommen aus Mailand, Italien. Die bunte Truppe spielt einen energiegeladenen Mix aus Balkanmusik, wilden Polkas, aufgeschnapptem Klezmer, fiesem Swing und atemlosen Tarantellas. Das Ganze bereitet sie mit Surf-Gitarren und einer großzügigen Bläser-Sektion zu.
Figli di Madre Ignota bedeutet wörtlich Söhne einer unbekannten Mutter. Dies war in Italien die offizielle Bezeichnung für Waisen von Frauen, die ihre Kinder nicht anerkennen wollten oder konnten. So ein stolzer Bastard ist die Kraftmaschine Figli di Madre Ignota.
Als sie Ende der Neunziger mit der Band anfingen, fanden sie zuerst natürliche Inspiration bei den Balkan-Bläser-Kapellen und bei Klezmer-Melodien. Und wie es sich gehört für offene, herumstreunende Künstler saugten sie diesen Geist auf und verwandelten ihn in den „Tanz-oder-Stirb”-Stil einer kräftigen Rock-Combo.
Die italienische Seite der Figlis zieht ihre Inspiration aus der Roots-Musik ihres Heimatlandes, so wie sie in den Sechzigern gespielt wurde – live, zum Tanzen, mit Humor und Spaß und gleichzeitig cool und spannend. Ihre Balkan-Seite fügt dann dem Ganzen orientalische Würze und mächtigen Brass-Wind hinzu. Gelegentliches Sevdah und Schmachten im Timbre vereinigt beide Mentalitäten.
Ihre neue und bisher dritte CD Fez Club enthält eine Coverversion des Hits Paradise aus den Achtzigern. Produziert wurde die Version von Roy Paci (Aretuska, Manu Chao, Radio Bemba, Mau Mau und tausende andere), der hier auch Trompete spielt.
Der Videoclip zu Paradise, den ihr auf dieser CD findet, wurde von Cosimo Alemà (Apollo440, Vibrazioni, Verdena und viele andere) gedreht. Der Clip läuft bereits erfolgreich auf MTV Italien und MTV Türkei.
Auch findet sich auf Fez Club eine Zusammenarbeit mit Circus Contraption, einer schaurig-schönen Zirkuskapelle aus Seattle sowie mit Italiens berühmter Parodie-Theatertruppe Banda Osiris. Figli mischen auf ihrem Album Serbisch und Englisch zu ihrer Muttersprache.
Dies hier ist Musik um wild zu tanzen und eine Menge Spaß zu haben! Die Figlis sind dabei aber in elegante Maßanzüge gekleidet und ihre Liveshow ist elektrisierend und sexy. Stellt euch eine Balkan-Blaskapelle vor, die zusammen mit einer coolen Rockband spielt, dann seid ihr zumindest nahe dran an der Atmosphäre eines Figli-Konzertes.
Das Ergebnis, ist, um Tamara Turner, Redakteurin bei CD Baby zu zitieren: „…eine genetisch veränderte Kombination aus Danny Elfman, Tom Waits, den Cramps, vielen verrückten Wissenschaftlern und Graf Zahl aus der Sesamstraße, die zusammen Klezmer-Polka-Ska-Swamp-O-Billy spielen…es ist etwas besonderes, skurril und wird schneller als ein Virus Grinsen auf euren Gesichtern verbreiten.”
Das Beste von beiden Welten – die Bläser-Power und Verrücktheit des Balkans kombiniert mit der Eleganz der italienischen Gentleman-Barden. In zwei Worten: SPAGHETTI BALKAN!

Dragan Ristić (nicht verwandt mit Aleksandar Ristić, Ex-Fussballprofi und Ex-Trainer vom 1. FC Union Berlin), in Belgrad lebender Roma, setzt mit seinem Septett Kal (romanisch für „schwarz“) ein Zeichen gegen die zunehmende kulturelle Verflachung seiner serbischen Heimat. „Kaum jemand spielt mehr traditionelle Gypsymusik bei uns. Die meisten nutzen das Elektro-Keyboard. Ein Fluch für die Musik des Balkans.“ Kal dagegen verwendet das bei uns durch Emir Kusturicas Filme bekannt gewordene Instrumentarium: Schlaggitarre à la Django Reinhardt, wild gewordene Akkordeons und Violinen, getragen von Kontrabass und Perkussion. Eine Gypsy Tour de Force von schwermütigsten Balladen bis funky uptempo Beats, die einem beim Tanzen die Beine verknoten.

 
 


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