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16.10.2008
19.31
Berlin
Robert-Havemann-Gesellschaft
havemann-gesellschaft.de
Dirk Moldt
Zwischen Haß und Hoffnung, Die Blues-Messen 1979 - 1986
 
Vorverkauf + Gebühr :   € / Abendkasse :   €
Schriftenreihe des Robert–Havemann–Archivs, Berlin 2008, 430 Seiten Es gibt keinen Begriff, der die Blues-Messen im Ostberlin der frühen achtziger Jahre beschreiben oder erklären könnte. Sie waren mehr als die Kombination von Konzert und Gottesdienst. Sie waren Zufluchtsort, Hoffnungsraum und Kristallisationspunkt für Jugendliche, die gegen eine totalitäre Diktatur, gegen angepasste Elternhäuser und nicht zuletzt gegen den verordneten FDJ-Frohsinn aufbegehrten. Aus der ganzen DDR reisten damals Tausende Jugendliche zu den Konzerten an, um ihre Musik, den Blues, zu hören, sich mit Gleichgesinnten zu treffen oder einfach nur, um dem drögen DDR-Alltag zu entfliehen. Hier versuchten Jugendliche dem offiziellen Bild ihr eigenes Lebensgefühl entgegenzusetzen. Damit wurden die Blues-Messen mehr als kirchliche Veranstaltungen. Sie wurden zu politischen Veranstaltungen, von denen sich die Machthaber bedroht fühlten. Der Staat versuchte alles, um die Veranstaltungen zu unterbinden. Die Stasi setzte Heerscharen von Spitzeln ein, um die Organisationsstrukturen zu zerstören. Selbst in der Spitze der evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg gab es die unterschiedlichsten Meinungen dazu. Während die einen, wie der damalige Kreisjugendpfarrer Eppelmann, sich für die Messen engagierten, hielten sich andere bedeckt, um ihre Ruhe und ihre Privilegien nicht zu gefährden. Mit seinem Buch gelingt Dirk Moldt zum ersten Mal eine umfassende Analyse dieses Phänomens. In einer klaren, präzisen Sprache beleuchtet er nicht nur die „Szene“, sondern auch die staatlichen Störmanöver und innerkirchlichen Auseinandersetzungen. Damit gelingt ihm nicht nur ein informatives, sondern auch spannendes Buch. Er vermittelt das Lebensgefühl der DDR-Blueser und Tramper, aus denen sich nur wenige Jahre später ein großer Teil der Akteure der Friedlichen Revolution rekrutierten. Auf der beigelegten CD-ROM werden neben den damals vorgetragenen Texten, 15 Zeitzeugeninterviews, 300 Fotos und die einzige erhaltene Tonaufnahme einer Blues-Messe veröffentlicht. Der Autor, Jahrgang 1963, engagierte sich schon 1983 in der Offenen Arbeit Berlin, war 1987 Mitbegründer der „Kirche von Unten“ und zwischen 1985 und 1989 Herausgeber des „mOAning star“. Er studierte zwischen 1997 und 2002 Geschichte in Berlin und Jena und promovierte 2007. Dirk Moldt arbeitet heute als Historiker und Redakteur in Berlin. Schriftenreihe der Robert-Havemann-Archivs Bd. 14, Berlin 2007, 430 S., Paperback mit eingelegter CD-ROM ISBN 978-938857-06-9
Fotoquelle : http://www.havemann-gesellschaft.de/publ.htm
http://www.havemann-gesellschaft.de/publ.htm
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