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CD Archiv - Paid In Black, Sampler
Paid In Black
Sampler
 
erschienen : 26.10.2007
im Archiv angelegt : 30.01.2008
 
  
 
1. I walk the line
2. Sam Kall
3. Cocaine blues
4. The kneeling drunkard's plea
5. Big river
6. Give my love to rose
7. Cry! cry! cry!
8. Folsom prison blues
9. One piece at a time
10. The wreck of the old
11. Dark as a dungeon
12. Wanted man
13. Sunday morning coming down
 
Die Rezension
Weltbekannt sind die Songs seit mehreren Jahrzehnten. Der Meister selbst hat sie intoniert, meist in Begleitung der Tennessee two oder three. Sie vereinen mehrere Stilrichtungen in sich, wie Rockabilly, Americana und Country und erzeugen mit ihren offenen, fast brutalen Texten Erstaunen und Gänsehaut. Kein Wunder, dass sie verdammt oft gecovert werden.
Nun machen sich auch die Punks auf und nennen ihre Versuche den Songs ein, tja kaputtes, Ambiente zu verleihen, stolz einen Tribut. Dem Grunde nach bestechen die einzelnen musikalischen Leistungen vor allem durch eines: Gewöhnlichkeit. Die Sänger klingen wie irgendwelche Typen von der Straße, die Gitarren braten auf schon längst ausgetretenen Pfaden und die Rhythmustruppen marschieren in gleicher Banalität wie die Konsumentenströme samstags Morgens auf der Hohen Straße in Köln. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen hat diese Johnny Cash-Tributescheibe ihren Reiz.
Vielleicht fühlen die Bands, sie tragen übrigens so stilvolle Namen wie The Argro Nutts, Colonel Sanders Grave oder Electric Frankenstein, beim Hören der Originale tatsächlich das Gleiche, wie beim covern der Songs. Jedenfalls führen sie Meilensteine wie den „Cocain Blues“, „Cry, Cry, Cry“ und „I Walk The Line“ auf ihre primordiale Aussage zurück. Ohne Gefrickel, ohne Effekthascherei und ohne sonstiges lästiges Beiwerk, egomanischen Solotrips oder tiefenpsychologische Interpretation. Dafür oft schnell, sehr direkt und ungeschminkt. Daumen hoch, also!
Allerdings gibt es einen entsetzlichen Ausreißer nach unten: Die Lonesome Spures verhunzen den „Folsom Prisom Blues“ Schmerz erzeugend und vor allem vorsätzlich. Eine offensichtlich feministische Göre versucht ihre Gender-Mainstream-Phantasien zu verbreiten, in dem sie den Text an entscheidender Stelle umändert, in etwas, was kaum zu verstehen ist und sich noch nichtmals reimt. Mensch Mädel, der „Folsom Prisom Blues“ handelt von einem Killer und nicht von einem Fräulein, das ihren im Affekt durchgeführten Landendiebstahl beweint. So hört sich das Ergebnis nämlich an. Gut, Chancen hätte der Song bei einem der legendären Bad Taste-Contests auf Rockradio.de. Aber ansonsten generiert er nur Gallensäfte.
Geeignet ist die Scheibe unbedingt für jede Punk-Fete, für übermütige Nihilistentreffen und darüber hinaus ggf. als Aufheizer beim österlichen Angrillen. Einige Johnny Cash Fanatiker werden dies Tributealbum als Blasphemie beschimpfen, einige andere werden es nicht mehr aus den CD-Spieler nehmen. Kann die Akzeptanz für ein Werk besser artikuliert werden?
 
Label : Wolverine (Soulfood Music)

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