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mit :
Thomas Jonscher
UNZA UNZA TIME!
AHILEA - Café Svetlana : ``.Es ist mal wieder an der Zeit, ein Original an den Start zu bringen.´´ heisst es bei Essay Recordings.
 
09.05.2009
Samstag
13.00 - 15.00 Uhr

Neben den Tracks des Albums gibt es Ausflüge in die mazedonische Tradition (Aleksandar Sarievski, Waska Ilieva), aktu-ältere Titel (Bijelo Dugme, Goran Bregovic, Esma Redzepova, Shantel, Verce I Beni) und ´nen kleinen Block mit Vertretern der Novi Talas (der Neuen Welle) aus dem Jugoslawien der 80er Jahre wie Disciplina Kicsme, Elektricni Orgazam, Haustor, Idoli, Sarlo Akrobata...

Aber weiter mit O-TON Essay Recordings:` ``Der mazedonische Produzent und DJ Ahilea hat für diese CD ein phantastisches Musiker-Ensemble zusammengestellt, um mit ihnen einen wilden Ritt den Autoput hinunter zu veranstalten. Legt den Sicherheitsgurt an und bereitet euch auf eine neue visionäre Sicht auf die Musik des Balkans vor. Der Mann ist so heiß, dass er jeden Tag Anfragen von DJs aus aller Welt bekommt, die ihn um neue Tracks bitten.

Ahilea hat sich Zeit gelassen – wo andere huddelten, hat er seine Tracks ausgearbeitet, hat Herz und Hirn ganz in Ruhe die virtuelle Juke-Box des Café Svetlana bestücken lassen. Überhaupt: das Café Svetlana – ein mythischer Ort, der schon vom großen anarchistischen Dichter und Protagonisten der Münchner Boheme Erich Mühsam besucht wurde. Heute liegt es ganz versteckt in einer kleinen Wiener Straße – es wird nur von den Menschen gefunden, die die richtige Melodie summend an der richtigen Straßenecke abbiegen… Und dann tut sich eine neue Welt auf. Shantel hat es eines Tages gefunden:
„Ich bin in den letzten Jahren ganz schön viel herumgekommen und habe auch viele Musiker, Produzenten und DJs kennen gelernt. Ahilea aus Wien ist ein wunderbarer Schlawiner*, der sich mit Stil und großem Sachverstand an die Sache macht. Die Musik, die er uns vorstellt, hat er mit der Muttermilch aufgesaugt. Er zählt zu den besten meiner Saufkumpanen. Ich freue mich, dass er auf Essay Recordings sein internationales Debüt veröffentlicht!“ (Shantel)

*Erich Mühsam über das Café Svetlana in Wien-Ottakring: „Hier verkehrten massenhaft Maler, Schriftsteller und Genieanwärter jeder Art, auch viele ausländische Künstler, Russen, Ungarn und Balkanslawen, kurz das, was der Eingeborene in dem Sammelnamen -Schlawiner- zusammenfasst.“ (Vossische Zeitung 5.4.1928, S. 9)

Ahileas Biografie: Was fĂĽr eine Lebensgeschichte!
Ungewöhnlich, aber eigentlich auch ganz Balkan-typisch. Biografien werden hier oft nicht linear geschrieben, die Verwerfungen der Lebensgeschichten führen die Menschen von Land zu Land, wo sie Arbeit oder Zuflucht suchen. Landesgrenzen waren ja im osmanischen Reich quasi nicht existent. Ahilea Durcovski wurde 1965 in der damaligen Tschechoslowakei nahe der polnischen Grenze als Staatenloser geboren. Seine Eltern waren während des dem zweiten Weltkrieg nachfolgenden Bürgerkriegs mit einem Kindertreck in Sicherheit gebracht worden, denn Ahileas Großeltern waren (linke) Partisanen.
Die Eltern wiederum lernten sich im Kinderheim kennen und lieben und heirateten. Der wilde ethnische Mix des Balkans schlägt auch in dieser Familie durch: Sie sind Walachen/Aromunen und Mazedonier/Slawen.
1974 verließ die kleine Familie die Tschechoslowakei und siedelte nach Debar um, einer kleinen Stadt an der albanischen Grenze. Hier wächst Ahilea in einer multiethnischen Gesellschaft auf, studiert an der Hochschule von Skopje Tiefbau, schließt ab und beginnt sofort ein weiteres Studium: Kunstgeschichte und Archäologie. Den Soundtrack seiner Studienzeit bestimmten die Sänger und Bands der Novi Talas (der Neuen Welle):

EKV, Idoli, Haustor, Electricni Orgazam, Sarlo Akrobata.
Dann: Umzug nach Ohrid, der malerischen uralten Stadt am berĂĽhmten Ohridsee.
1987 kommt der nächste Bruch: Emigration nach Graz (Steiermark). Ahilea macht alle Jobs, die er bekommen kann (Tellerwäscher, Prospektverteiler…) bis er die deutsche Sprache beherrscht. Er wird DJ und legt Chicago House auf, schließt eine Ausbildung als Tontechniker ab und arbeitet seit nunmehr 18 Jahren als Toningenieur in verschiedenen Clubs und für Bands wie die „Tschuschen Kapelle“.
Während eines Gigs lernt er Zoran Tomasev kennen, Toningenieur auch er. Sie werden Freunde, gehen zu „Balkanveranstaltungen“, wundern sich darüber, was für krudes Zeug die DJs dort auflegen. Und beschließen, das einzig Richtige: Lasst es uns selber macher/Let’s do it on our own! Sie gründen „Export Import Tunes“ als künstlerische Plattform. Ihre „SchliwoBeatz“-Nächte werden schnell zur Marke in Wien. Nicht zuletzt auch wegen ihres Einsatzes von Visuals (z.B. Ausschnitte legendärer Filme der 70/80er Jahre aus Ex-Jugoslawien).
Ahilea hatte schon früher elektronische Musik produziert, vor allem Stile, die gerne mit „funky, groovy, jazzy“ beschrieben werden. Sein Kollege Zoran bringt ihn endlich auf die richtige Spur: „He, du kennst die Musik des Balkans. Warum versuchst du nicht mal was Eigenes?!“ Gesagt, getan. Seinen ersten Tune „Out of Town“ schickt er an drei Kollegen: Shantel, Robert Soko, Penny Metal. Ihre Reaktionen sind euphorisch und bestärken ihn seinen ganz eigenen Weg zu gehen.

Dank seiner Arbeit als Front-of-House-Engineer und dank der „SchliwoBeatz“-Nächte lernt Ahilea die Crème der Wiener Balkan-Szene kennen, Musiker, die als Solisten arbeiten, in angesehenen Bands spielen oder sogar bei den Philharmonikern. Der musikalische Kosmos des Ahilea D. Seine Omas sangen ihm griechische, walachische und mazedonische Lieder und Volksmusik vor. Seine Eltern waren eher Rock’n’Roller. Er badete seine Ohren in der lebendigen Popszene Jugoslawiens, einer Musik, die im gesamten Ostblock populär war und für ihre revolutionären neuen Wege, Kreativität und den extremen Aktualitätsbezug geschätzt wurde. Tatsächlich gängelte der jugoslawische Staat seine junge Musikszene kaum. Am tiefsten fühlt Ahilea sich – wie auch sein Kollege Shantel – der traditionellen Musik des Balkan verbunden und versucht, traditionelle Melodie- und Rhythmus-Strukturen mit seiner ganz eigenen elektronischen Lo-Fi-Ästhetik zu verschmelzen. Ein Kreativitäts-fördernder Fundus sind besonders die Stücke, die bei Hochzeiten gespielt werden. Dabei bleibt Ahilea für verschiedenste zeitgenössische, urbane Stile offen, von Funk über Reggae, Freestyle, Electronica, Broken Electronics bis hin zu gitarrenlastigem Indie-Rock. Das Grand-Orchestre de Café Svetlana Dieses All-Star-Ensemble wird die Kollegen ähnlicher Projekte vor Neid erblassen lassen:

Ahilea Durcovski (Mazedonien): Produktion, Programming, Samples & Electronics

Hidan Mamudov (Mazedonien): Klarinette & Kaval (Flöte) – Der geniale türkischstämmige Klarinettenspieler zielt mit seinem Spiel auf Herz und Bein und bringt das Publikum öfters dazu, seine gute Erziehung zu vergessen.

Mitke Sarlandziev (Mazedonien): Akkordeon – Ein waschechter Roma und alter Fuchs, der für alle großen Sänger Jugoslawiens gespielt hat.

Jovan Torbica (Serbien) – Kontrabass & E-Bass – Er kennt das richtige Fundament. Der Mann für den Groove kann alles: Funk, Soul, R’n’B, Jazz...

Shkelzen Doli (Kosovo): Violine – Das Mitglied der Wiener Philharmoniker kann alles spielen… und das exzellent.

Bella Wagner (Kroatien/Slowakei): Gesang (7 & 11) – Sie ist die grandiose und begnadete Stimme der Wiener Funk-, Soul- und Jazz-Szene.

Oliver Rudoll aka MC Confusiee (Österreich): Rap – Poetische Kraft gepaart mit echter Coolness von der tiefsten Stimme der Wiener Hip-Hop-Szene.

Julie Anastassiou (Österreich/Griechenland): Gesang (3 & 6) – 50% Mitteleuropa wurden vom mediterranen Temperament und Timbre ganz und gar überrollt.

Marios Anastassiou (Griechenland): Bouzouki & Gesang – bezieht sich auf die Tradition der Mangas (Achtung, das sind keine Comic-Helden, sondern Mitglieder des vom Rembetiko befeuerten Underground der 20er bis 40er Jahre.

Alexander Shevchenko (Ukraine): Bajan (Akkordeon) – Der Mann, dessen russische Seele das Bajan zum Weinen und Tanzen bringt.

Aleksander Stojic (Serbien): Gitarre – Ein begnadeter Alleskönner in Sachen Gitarre und balkanischem Witz.

Alexandar Sarlandziev (Mazedonien): Darbuka – Ein klasse Schlagzeuger, Perkussionist & Darbuka-Spieler der den Balkan-Groove und mehr in seinen Adern hat.

Peter Marnul (Österreich): elektrische Mandola & Gesang – ein alter Hase der Wiener Musikszene.

Der Sound des Café Svetlana erkennt die Multi-Ethnizität und -kulturalität des Balkan an. Hier wird keine Nationalfahne geschwenkt, man zieht es vor, bei einem Gläschen Sljivo, Palinka, Rachiu oder Tsuika zu sitzen und mit Neugier und Respekt den Musikern zuzuhören. Jeder Style komme zu seinem Recht: Rembetiko aus Griechenland, türkischer oder mazedonischer Bauchtanz, serbische oder kroatische Reihentänze, Romalieder, albanisch-epirotische Klarinetten-Klage, Brass-Gewitter, schluchzende, aber Klischee-freie Geigen. Dazu freshe Beats & Grooves, Basslines und feinst ziselierte Loops vom Meister der Knöpfchen.

Das ist der Sound: Nu Pop Music vom Balkan, die Musik, die dich von der Bar auf die Tanzfläche und dann bis aufs heimische Sofa begleitet!´´

http://www.export-import-tunes.com/

http://www.myspace.com/exportimporttunes

 
 


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